Nove Mesto 2013 – Verfolgung der Männer

Verfolgungswettkampf der Männer – 10. Februar 2013

Der Norweger Emil Hegle Svendsen hat auch den Verfolgungswettkampf in Nove Mesto gewonnen und sicherte sich bereits seine dritte Goldmedaille. Auf den weiteren Plätzen folgten der Franzose Martin Fourcade und der Russe Anton Shipulin.

Nach den ersten beiden Wettkampftagen fällt es noch sehr schwierig ein erstes Fazit der Weltmeisterschaft von Nove Mesto zu ziehen. Auf den ersten Blick und der geht nun einmal nur auf die Platzierungen, wird niemand mit dem Deutschen Team zufrieden sein. Die Enttäuschung nach der Mixed Staffel war verständlich, aber mal ganz ehrlich, vor allem beim Sprint der Männer konnte doch niemand ernsthaft eine Medaille erwarten. Die deutschen Männer haben derzeit ihre Stärken nachweislich in den Wettbewerben wo der Schießstand mehr im Mittelpunkt steht. Vor allen Andi Birnbacher (91% Trefferquote) und Simon Schempp (86% Trefferquote) können da eher glänzen. Wenn sich die beiden aber wie gestern, jeweils zwei Strafrunden einhandeln ist bei der Leistungsdichte der Weltklasse Biathleten im Normalfall einfach keine Top Ten Platzierung mehr drin.

Für alle Athleten erschwerend kommt dann noch „das unrealistische Wunschdenken“ einiger Funktionäre hinzu, welches von den Medien gern aufgenommen wird. Wer sechs Medaillen für den DSV fordert, hat die Zeichen der Zeit wahrscheinlich noch nicht erkannt. Das war vielleicht früher möglich, als Nationen wie z.B. Slowenien, Ukraine, Finnland, Belarus, um nur einige zu nennen, eher noch zu den Außenseitern zählten. Fakt ist das Deutschland im Moment drei Athleten in den Top Ten im Gesamtweltcup hat (Miriam Gössner, Andrea Henkel, Andi Birnbacher) und in den bisher 40 ausgetragenen Wettkämpfen 14 Podiumsplätze erkämpf wurden. Damit war bislang keiner unzufrieden!!!

Für den heutigen Wettkampf waren die Rückstände der DSV Athleten natürlich schon enorm. Für Erik Lesser (+49,4), Arnd Peiffer (+1:08,1), Andi Birnbacher (+1:24,7) und Simon Schempp (+1:36,2) ging es nun darum die Moral für den weiteren Verlauf der WM zu stärken und sich möglichst weit nach vorne zu arbeiten. Darauf das die Medaillengewinner vom Vortag einbrechen brauchte wohl keiner warten, denn mit Emil Hegle Svendsen, Martin Fourcade und Jakov Fak lagen drei absolute Top Athleten in Front.

Von Beginn an schlugen die führenden ein irres Tempo an. Taktieren gab es vorerst nicht. Man hatte das Gefühl, dass vor allen Martin Fourcade und Emil Hegle Svendsen ihren Vorsprung vor dem ersten Anschlag sogar noch vergrößern wollten. So war es für die deutschen Athleten natürlich noch schwieriger in eine ordentliche Position zu kommen. Beim ersten liegenden Anschlag blieben fast alle Athleten der Spitzengruppe fehlerfrei. Für die Deutschen lief es gut. Arnd Peiffer, Andi Birnbacher und Simon Schempp lieferten den ersten „Nuller“ ab. Lediglich Erik Lesser musste einmal in die Strafrunde.

In der zweiten Runde gab es in der Loipe keine großen Änderungen. Die Russen Anton Shipulin und Dmitri Malyshko schafften aber den Anschluss an die Spitzengruppe. Auch der Franzose Alexis Boeuf mischte plötzlich wieder mit. Am Schießstand leistete sich Martin Fourcade den ersten Fehler und fiel kurzzeitig ein paar Sekunden zurück. Die DSV Starter machten ihre Aufgabe wieder ordentlich. Nur Andi Birnbacher musste einmal in die Strafrunde.

Wie erwartet gab es in der Spitzengruppe keine „bösen Überraschungen“. Die üblichen Verdächtigen spulten ihr Pensum herunter. Am Schießstand blieb nur Simon Schempp ohne Makel und brachte seinen dritten „Nuller. Trotzdem kam er nicht wesentlich weiter nach vorne. Als bester Deutscher lag er zu diesem Zeitpunkt auf dem 15. Platz.

Vorn lieferten sich Emil Hegle Svendsen, Dmitry Malyshko, Martin Fourcade und Anton Shipulin einen erbitterten Vierkampf. Zu diesem Zeitpunkt war ein Tipp auf den Sieger „schier unmöglich“. Jetzt wurde taktiert. Am Schießstand leisteten sich inzwischen alle vier Deutschen jeweils einen weiteren Fehler. 500 Meter vor dem Ziel eröffnete Martin Fourcade plötzlich den Schlußspurt. Nur Emil Hegle Svendsen konnte mithalten. Dann wurde es richtig dramatisch. Das Zielfoto musste entscheiden und letztendlich war Emil Hegle Svendsen der glückliche Gewinner.

Für die vier Deutschen endete der Wettkampf so wie man es von Beginn an erwarten konnte. Nach vorn ging nichts mehr, aber verschlechtert hat sich im Grunde genommen auch keiner.

1. Emil Hegle Svendsen (NOR) (0-0-0-1)
2. Martin Fourcade (FRA) (0-1-1-0) (+0,1)
3. Anton Shipulin (RUS) (0-0-1-0) (+3,6)
14. Erik Lesser (GER) (1-0-2-1) (+1:30,5)
18. Simon Schempp (GER) (0-0-0-1) (+1:48,9)
21. Arnd Peiffer (GER) (0-0-2-1) (+2:04,3)
22. Andreas Birnbacher (GER) (0-1-1-1) (+2:06,2)