Oslo 2013 – Sprintwettkampf der Männer

Sprintwettkampf der Männer – 28. Februar 2013

Der Norweger Tarjei Boe hat den Sprintwettkampf in Oslo gewonnen. Auf den weiteren Plätzen folgten der Franzose Martin Fourcade und der Ukrainer Andrej Deryzemlya.

Nach dem durchschnittlichen Abschneiden bei der WM in Nove Mesto war es nun wichtig auf den drei letzten Weltcupstationen in Oslo, Sotchi und Khanty Mansiysk einen vernünftigen Saisonausklang zu schaffen, der zu neuen Hoffnungen für die anstehende Olympiasaison berechtigt. Bei den Männer waren am Holmenkollen auch wieder Florian Graf (hatte bei der WM nur einen Einsatz im Einzel) und erstmalig in dieser Saison auch der Clausthal Zellerfelder Daniel Böhm im Kader.

Die deutschen Männer sind lange nicht so schlecht wie „einige Experten“ das teilweise rübergebracht haben. Unter den Top 20 der Biathlon Weltrangliste findet man mit Andi Birnbacher (8.) , Erik Lesser (16.), Simon Schempp (18.) und Arnd Peiffer (20.) immerhin vier DSV Athleten. Diese Bilanz kann ansonsten nur, die in ihrer Ausgeglichenheit überragenden Russen mit Dmitry Malyshko (4.), Evgeny Ustyougov (5.), Anton Shipulin (6.) und Evgeny Garanitchev (9.) bieten. Die Franzosen mit 3 Athleten und die Norwegen mit 2 Athleten unter den Top 20 glänzen da eher mit ihren „Superstars“ Martin Fourcade und Emil Hegle Svendsen.

Im „Mekka des Wintersports“ wollten unsere Athleten nun den Beweis antreten, dass ohne den Druck „Medaillen erzwingen zu müssen“ auch Podiumsplatzierungen zu erreichen sind. In der Reihenfolge Simon Schempp (4.), Andi Birnbacher (15.), Arnd Peiffer (26.), Erik Lesser (46.), Florian Graf (79.) und Daniel Böhm (86.) gingen die DSV Biathleten in die Loipe.

Das Wetter am Holmenkollen stellte sich wieder einmal als Wintermärchen dar. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, ein volles Stadion und optimal präparierte Loipen. Wer hier keinen positiven Impuls von der gesamten Atmosphäre mitnimmt hat seine Chancen auf eine gute Platzierung schon verspielt. Für die Athleten muss es ein Traum sein hier starten zu dürfen.

Simon Schempp machte sich als erster Deutscher auf die „Mission WM Wiedergutmachung“. Der hatte keinen guten Auftakt. Bereits beim ersten Anschlag leistete sich Simon zwei Schießfehler und war damit bereits Chancenlos. Der Lokalmatador Ole Einar Björndalen bestimmte in der Anfangsphase den Wettkampf. Mit der schnellsten Angangszeit in der Loipe und einen fehlerfreien Liegendschießen übernahm er die Führung.

Andi Birnbacher erging es auch nicht viel besser als seinem Zimmerkollegen Simon Schempp. Nachdem er in der Loipe schon ein paar Sekunden verloren hatte setzte er gleich die ersten beiden Schüsse daneben. Mein Gott, was ist denn heute los? Nach dem ersten Anschlag lagen beide schon fast eine Minute hinter Ole Einar Björndalen.

Als dritter DSV Athlet kam Arnd Peiffer an den Schießstand. Es war wie verhext, denn auch Arnd blieb nicht fehlerfrei. In der Zwischenzeit nahm das Debakel bei Simon und Andi seinen Lauf. Drei Strafrunden für den Uhinger und zwei Extrarunden für den Schlechinger. Schon jetzt war zu befürchten´, dass beide darum bangen müssen, überhaupt beim Verfolgungswettkampf am Samstag dabei zu sein.

Arnd Peiffer machte sich bereit zum zweiten Anschlag. Als er in den Schießstand einlief lag er in einer aussichtsreichen Position und weil auch andere Athleten gleich mehrere Fehler schossen war mit einem „Nuller“ eine gute Platzierung in Aussicht. Arnd schaffte es. Fehlerfrei und auf dem fünften Platz liegend ging er in seine Schlussrunde.

Der vierte Deutsche näherte sich dem Schießstand. Kann Erik Lesser die „Ehre der Deutschen“ retten? Ja – endlich ein DSV Athlet der zum Beginn einen fehlerfreier Anschlag abliefern konnte. Die Zwischenzeit brachte dann aber etwas anderes zum Vorschein. Bei Erik lief es in der Loipe nicht optimal. Auf den zu diesem Zeitpunkt führenden Simon Fourcade fehlten Erik bereits 18 Sekunden. Der stehende Anschlag warf auch ihn dann noch weiter zurück. Mit insgesamt einem Fehler reichte es nicht ganz für einen vorderen Platz.

Nun ruhten die Hoffnungen nur noch auf Florian Graf und Daniel Böhm. Beide konnten sich nach dem ersten Anschlag noch Hoffnungen auf eine gute Platzierung machen. Obwohl Florian Graf sich einen Fehler leistete war seine Laufzeit so gut das noch alles möglich war. Für Daniel sah es sogar noch besser aus. Mit einem „Nuller“ lag er zwischenzeitlich auf dem 11. Platz.

Im Ziel warteten derweil Andi Birnbacher und Simon Schempp wie sich der Wettkampf entwickelte. Zu diesem Zeitpunkt war für Andi bereits klar, er ist am Samstag wenigstens noch dabei. Für Simon kam das erwartete Aus. Fünf Fehler passieren ihm wirklich selten und waren dann auch einfach zu viel.

Florian Graf und Daniel Böhm kämpften weiterhin bravourös. Florian lag nach dem zweiten Anschlag mit zwei Fehlern und einer tollen Laufzeit auf dem 22. Platz und bei Daniel lief es genau anders herum. Fehlerfrei am Schießstand, doch in der Loipe reicht es im Moment noch nicht ganz. Dennoch belegte er vor der Schlussrunde den 10. Platz. Sehr beachtlich!!!

1. Tarjei Boe (NOR) (0-0)
2. Martin Fourcade (FRA) (1-1) (+0,1)
3. Andrej Deryzembla (UKR) (0-0) (+7,7)
7. Arnd Peiffer (GER) (1-0) (+29,6)
15. Erik Lesser (GER) (0-1) (+57,4)
17. Daniel Böhm (GER) (0-0) (+1:06,9)
26. Florian Graf (GER) (1-1) (+1:31,5)
39. Andreas Birnbacher (GER) (2-2) (+1:58,9)
74. Simon Schempp (GER) (2-3) (+3:21,2)