Khanty Mansiysk 2013 – Sprintwettkampf der Männer

Sprintwettkampf der Männer – 15. März 2013

Der Franzose Martin Fourcade hat den Sprintwettkampf in Khanty Mansiysk (RUS) gewonnen. Auf den weiteren Plätzen folgten der Südtiroler Lukas Hofer und der Schlechinger Andi Birnbacher.

Neben den eisigen Temperaturen gab es in Khanty Mansiysk noch ein weiteres Problem, was vor allen den Männern einige Sorgen bereitete. Ein Magen Darm Virus hatte sich schnell verbreitet und auch die Deutsche Mannschaft war davon betroffen. Am Freitagmorgen kam aber dann die Entwarnung und zumindest alle DSV Athleten konnten an den Start gehen. Der Kader hatte sich gegenüber Sotschi nicht verändert. Andi Birnbacher, Daniel Böhm, Benedikt Doll, Erik Lesser, Florian Graf, Arnd Peiffer und Christoph Stephan waren dabei.

Wie schon so oft in dieser Saison durfte Andi Birnbacher als erster Starter der deutschen Mannschaft in die Loipe gehen. Die Skitechniker hatten gestern mit optimalem Material dafür gesorgt, dass die DSV Frauen das beste Gesamtergebnis der laufenden Saison erreichen konnten und so waren die Männer auch in dieser Hinsicht sehr optimistisch.

Vor Andi „ging die Post gleich richtig ab“. Der Schwede Fredrik Lindström, der Österreicher Dominik Landertinger der Tscheche Ondrej Moravec und der wiedergenesene Norweger Emil Hegle Svendsen waren Garanten für schnelle Angangszeiten. Andi Birnbacher wollte anscheinend selbst für Bestzeiten sorgen und wählte, anders als in den vorangegangen Wettkämpfen, auch ein sehr hohes Anfangstempo. Das Risiko wurde belohnt, denn auch am Schießstand zeigte er eine tadellose Leistung und ging vorerst in Führung.

Als zweiter DSV Athlet kam Benedikt Doll an den Schießstand. Die Laufzeit war hervorragend, aber ein Schießfehler warf ihn vorerst ein wenig zurück. Wenig später machte es ihm auch Florian Graf nach. Gute Laufzeit, aber ebenfalls eine Strafrunde.

In der Zwischenzeit machten aber andere Athleten auf sich aufmerksam. Der Franzose Martin Fourcade zeigte wieder einmal seine „Sonderklasse“. Auch der Österreicher Simon Eder und der Südtiroler Lukas Hofer setzten sich vor Andi Birnbacher. Andi Birnbacher konnte aber die richtige Antwort geben. Mit einem zweiten „Nuller“ ging er erneut in Führung und setzte die Konkurrenz wieder unter Druck.

Simon Eder leistete sich nun eine Strafrunde. Lukas Hofer blieb zum zweiten Mal fehlerfrei und setzte sich wieder knapp vor Andi Birnbacher. Es wurde richtig spannend auf der Schlussrunde. Martin Fourcade allerdings „schwebt derzeit in einer anderen Welt“. Fantastische Laufzeiten und fehlerlose Schießeinlagen machen ihn unter normalen Umständen schier Unschlagbar.

Neben Andi Birnbacher sorgte auch Florian Graf für eine Klasseleistung und eine gute Platzierung im deutschen Team. Im zweiten Anschlag blieb Florian fehlerfrei und in der Loipe war er sogar noch etwas schneller als Andi Birnbacher. Für Arnd Peiffer und Benedikt Doll lief es auf der Strecke sehr ordentlich aber zwei Fehler bei Arnd und drei Fehler bei Benedikt ließen beiden keine Chance mehr auf eine vordere Platzierung.

Nachdem 40 Athleten im Ziel angekommen waren lagen drei deutsche Athleten noch in den Top Ten. Auf dem 3. Platz lag zu diesem Zeitpunkt Andi Birnbacher. Florian Graf war auf dem 6. und Arnd Peiffer auf dem 10. Platz. Der Blick ging gespannt auf die Monitore und Computer. Wer war noch unterwegs? Wer kann Andi Birnbacher noch „vom Stockerl schubsen“?

Aus dem eigenen Lager konnte es keiner mehr sein. Christoph Stephan und Daniel Böhm haben derzeit einfach zu viele Defizite in der Loipe, obwohl sich beide am Schießstand auszeichnen konnten. Auch bei Erik Lesser lief es heute überhaupt nicht. Obwohl auch er am Schießstand fehlerfrei blieb lag er aussichtslos zurück. Mit der Startnummer 80 kam noch der Österreicher Christoph Sumann. Am Schießstand blieb „Sumi“ fehlerfrei. Nach dem zweiten Anschlag lag er zwischen Lukas Hofer und Andi Birnbacher. Das Zittern für Andi Birnbacher ging wieder einmal los. „Des einen Freud des anderen Leid“. Diesmal war das Glück auf der Seite von Andi Birnbacher. Die Kräfte bei Christoph Sumann reichten nach dieser für ihn qualvollen Saison einfach nicht mehr aus.

Die Mannschaftsleistung und vor allen die relativ knappen Zeitrückstände, lassen berechtigte Hoffnungen zu, dass weitere Podiumsplatzierungen der deutschen Athleten beim Verfolgungswettkampf am Samstag möglich sind.

1. Martin Fourcade (FRA) (0-0)
2. Lukas Hofer (ITA) (0-0) (+39,6)
3. Andreas Birnbacher (GER) (0-0) (+43,8)
7. Florian Graf (GER) (1-0) (+58,3)
13. Arnd Peiffer (GER) (1-1) (+1:17,4)
26. Daniel Böhm (GER) (0-0) (+1:35,1)
29. Erik Lesser (GER) (0-0) (+1:37,9)
35. Christoph Stephan (GER) (0-1) (+1:47,3)
41. Benedikt Doll (GER) (1-2) (+2:07,7)