Sotschi 2013 – Sprintwettkampf der Männer

Sprintwettkampf der Männer – 09. März 2013

Der Franzose Martin Fourcade hat auch den Sprintwettkampf in Sotschi (RUS) gewonnen. Auf den weiteren Plätzen folgten der Russe Evgeny Ustyugov und der Norweger Henrik Làbee-Lund. Martin Fourcade konnte sich nach Gewinn der Disziplinenwertung im Einzelwettkampf nun auch die kleine Kristallkugel als Bester in der Sprintwertung sichern.

Im deutschen Männerteam gab es gegenüber dem Einzelwettkampf nur eine personelle Veränderungen. Daniel Böhm, der bereits den Einzelwettkampf frühzeitig beenden musste, war wegen gesundheitlicher Probleme nicht am Start. In der Reihenfolge Andi Birnbacher (26.), Erik Lesser (39.), Arnd Peiffer (42.),  Benedikt Doll (69.), Florian Graf (72.), und Christoph Stephan (86.) ging es zum zweiten Mal in die schwierigen Loipen von Sotschi.

Beim Einzelwettkampf am Donnerstag konnten vor allen Andi Birnbacher mit einem „fast optimalen Wettkampf“ (0-0-0-0 – neuntbeste Laufzeit – 2. Platz) und Benedikt Doll (0-1-0-0 – siebentbeste Laufzeit – 6. Platz) auf sich aufmerksam machen und zeigten sich nach dem Wettkampf sehr zufrieden mit ihren Leistungen. Dennoch war die Kritik vieler Athleten über die „wahnsinnig schwierigen Strecken“ nicht zu überhören. Noch nie hatte es bei einem Wettkampf mit optimalen Wetterbedingungen so viele Stürze gegeben und auch Andi Birnbacher versuchte sich schon vorzustellen wie das bei einem Massenstart bei den Olympischen Spielen aussehen könnte. Wird dann aus dem Massenstart ein Massensturz? Sicher gibt es heute beim Sprintwettkampf wieder neue Erkenntnisse für den Veranstalter und die IBU Funtionäre.

Das Wetter hatte sich ein wenig verändert. Nachdem die Athleten in den letzten Tagen immer nur strahlend blauen Himmel gesehen hatten, sorgte heute leichter Schneefall für komplett andere Bedingungen. Es wurde vermutet, dass Athleten mit niedrigen Startnummern leichte Vorteile haben könnten.

Andi Birnbacher hatte somit vermutlich die besten Bedingungen der deutschen Starter. Ob das wirklich so sein wird, sollte sich schnell herausstellen, denn vor Andi waren schon einige schnelle Athleten unterwegs. Die beste Laufzeit legte vorerst der Norweger Henrik Làbee-Lund vor. Auch der Russe Anton Shipulin und die beiden Österreicher Dominik Landertinger und Simon Eder kamen gut in den Wettkampf.

Andi verlor bereits auf den ersten 1,8 km fast 20 Sekunden. Was war heute los? Solch ein großer Abstand konnte keine Taktik sein! Dafür lief es am Schießstand hervorragend. Mit einem schnell geschossenen „Nuller“ verlor er wenigstens keine weitere Zeit. Mal abwarten wie das für ihn weitergeht!

Erik Lesser wählte eine total andere Taktik. Er gab von Anfang an Vollgas und legte auf der Strecke neue Bestzeiten vor. Auch am Schießstand kam er fehlerfrei durch und ging, als zu diesem Zeitpunkt führender in die zweite Runde. Ähnlich lief es bei Arnd Peiffer – ordentliche Laufzeit und der „Nuller“ beim liegenden Anschlag. Für die Deutschen fing es gut an.

Andi Birnbacher kam bereits zum zweiten Mal an den Schießstand. In der Loipe hatte er das Tempo deutlich erhöht, dafür leistete er sich aber im stehenden Anschlag auch einen Fehler und musste in die Strafrunde. Bei den allgemein guten Leistungen vieler Athleten reichte das heute nicht für eine Top Platzierung.

Nun kam Erik Lesser. Der machte es besser als „Birnei“ und blieb erneut fehlerfrei. Da bahnt sich eine echte Sensation an, denn Erik Lesser war im Einzelwettkampf weit hinten gelandet und so eine Laufleistung wie in den ersten beiden Runden haben ihn nur wenige zugetraut.  Als immer noch führender ging er auf die Schlussrunde. Dort kam dann aber auch für Erik der fast schon zu erwartende Einbruch.

Arnd Peiffer hatte sich in der Zwischenzeit mit zwei Strafrunden beim stehenden Anschlag bereits aus dem Wettkampf geschossen und für Florian Graf, Benedikt Doll und Christoph Stephan brachte gleich der liegende Anschlag einen Fehler und somit waren für alle Drei schon frühzeitig alle Chancen auf eine vordere Platzierung dahin.

Den Wettkampf dominierte einmal mehr der überragende Athlet der Saison. Der Franzose Martin Fourcade setzte wieder von Beginn an alle Bestmarken und feierte einen im Biathlon eigentlich gar nicht bekannten „Start – Ziel – Sieg“.

 

   1. Martin Fourcade (FRA) (0-0)
  2. Evgeny Ustyugov (RUS) (0-1) (+42,3)
  3. Henrik Làbee-Lund (NOR) (0-0) (+51,0)
  6. Erik Lesser (GER) (0-0) (+1:00,4)
23. Andreas Birnbacher (GER) (0-1) (+1:37,0)
34. Benedikt Doll (GER) (1-1) (+1:58,6)
46. Arnd Peiffer (GER) (0-2) (+2:30,8)
51. Christoph Stephan (GER) (1-0) (+2:37,1)
60. Florian Graf (GER) (1-1) (+3:06,1)