Oslo 2013 – Verfolgungswettkampf der Männer

Verfolgungswettkampf der Männer – 02. März 2013

Der Franzose Martin Fourcade hat den Verfolgungswettkampf am Holmenkollen in Oslo gewonnen. Auf den weiteren Plätzen folgten der Norweger Tarjei Boe und der Russe Alexandr Loginov.

Nach dem Sprintwettkampf am Donnerstag konnten sicher nicht alle DSV Athleten mit ihren Ergebnissen zufrieden sein. Dem erstmalig eingesetzten Daniel Böhm sowie Erik Lesser und Arnd Peiffer lassen die Zeitrückstände immer noch Hoffnungen auf eine ordentliche Platzierungen im Jagdrennen. Auch Florian Graf hat bestimmt, auf Grund seiner soliden Laufleistungen, positive Aspekte gefunden die ihm noch hoffen lassen, zu den anderen Deutschen aufschließen zu können.

Bei Andi Birnbacher und Simon Schempp fiel das Fazit mit Sicherheit etwas schlechter aus. Immerhin schaffte es Andi wenigstens noch, sich trotz seiner vier Strafrunden beim Sprint, als 39. für den Verfolgungswettkampf zu qualifizieren und hielt sich somit noch die Möglichkeit offen „eine kleine Wiedergutmachung“ zu schaffen. Für Simon Schempp war der 74. Platz eine riesige Enttäuschung und er wird darauf brennen am Sonntag noch einmal sein „wahres Gesicht“ zu zeigen und beim Massenstart im Kampf „Mann gegen Mann“ zu überzeugen.

Tarjei Boe und Martin Fourcade gingen fast Zeitgleich in die Loipen am Holmenkollen und sorgten dafür, dass sofort ein wahnsinnig hohes Tempo angeschlagen wurde. Als erster Deutscher folgte Arnd Peiffer mit einem Rückstand von 30 Sekunden. Erik Lesser und Daniel Böhm lagen nach den Ergebnissen vom Sprintwettkampf ca. 1 Minute hinter dem Führungsduo zurück und nochmals jeweils ca. 30 Sekunden später folgten dann auch Florian Graf und Andi Birnbacher.

Nach dem ersten Anschlag änderte sich an der Spitze erst einmal nur wenig. Tarjei Boe, Martin Fourcade, Alexandr Loginov und Dominik Landertinger blieben fehlerfrei. Bei den Deutschen sah das deutlich schlechter aus. Arnd Peiffer (1), Daniel Böhm (1), Erik Lesser (2) und Andi Birnbacher (2) patzten alle sogar teilweise mehrfach und verloren Zeit und Plätze. Lediglich Florian Graf konnte mit einer „weißen Weste“ den Schießstand verlassen und konnte sich um acht Plätze verbessern.

In der Loipe ein „Höllentempo“ und dafür auch die ersten Fehler in der Führungsgruppe. Tarjei Boe erwischte es zweifach, Martin Fourcade musste „einmal Kreiseln“ und am schlimmsten erwischte es Dominik Landertinger, der musste viermal in die Strafrunde und fiel weit zurück. Nun holten die Deutschen wieder auf. Florian Graf, Daniel Böhm und Andi Birnbacher blieben fehlerfrei. Arnd Peiffer und Erik Lesser mussten jeweils einmal in die Strafrunde.

Martin Fourcade war nun alleiniger Spitzenreiter und zog einsam seine Runden. Arnd Peiffer war zu diesem Zeitpunkt der beste Deutsche auf dem sechsten Platz. Andi Birnbacher hatte nach dem zweiten Anschlag 2:48 Minuten Rückstand und lag auf dem 28. Platz. Kein schlechtes Zwischenergebnis – schon elf Plätze aufgeholt.

Der erste stehende Anschlag wirbelte dann alles durcheinander. Der teilweise sogar stürmische Wind sorgte für weitere unerwartete Schießleistungen. Die erfahrensten Deutschen kamen damit am besten zurecht. Arnd Peiffer blieb zum ersten und Andi Birnbacher sogar zum zweiten Mal fehlerfrei. Nach dem dritten Anschlag lag Arnd Peiffer auf dem 5. Platz, Florian Graf war 17. und Andi Birnbacher hatte sich schon auf den 19. Platz vorgearbeitet.

Jetzt wurde es aus Deutscher Sicht noch einmal richtig spannend. Der Sieger stand nach dem vierten Schiessen mit Martin Fourcade bereits fest. Auch der zweite Platz war an Tarjei Boe vergeben. Durch einen „Nuller“ im vierten Anschlag war Arnd Peiffer plötzlich wieder „voll dabei“. In der Schlussrunde gab es für ihn nun einen Zweikampf mit dem jungen Russen Alexandr Loginov um eine Podiumsplatzierung. Beide taktierten und es sah so aus als wollten es beide auf den Schlußspurt ankommen lassen. Dann konnte man aber doch deutlich die noch vorhandene Spritzigkeit des jungen Russen erkennen und Arnd Peiffer hob sich lieber die „noch verbliebenen Körner“ für den morgigen Massenstart auf und gab sich auch mit dem vierten Platz zufrieden.

Die anderen Deutschen kamen mit ähnlichen Platzierungen wie am Vortag in das Ziel, obwohl sich die Vorzeichen ein bisschen änderten. Florian Graf verbesserte sich um zehn Plätze und Andi Birnbacher sogar um sechzehn. Dafür fiel Daniel Böhm dreiundzwanzig und Erik Lesser um vierundzwanzig Plätze zurück.

 
  1. Martin Fourcade (FRA) (0-1-0-1)
  2. Tarjei Boe (NOR) (0-2-0-1) (+27,7)
  3. Alexandr Loginov (RUS) (0-2-0-1) (+35,5)
  4. Arnd Peiffer (GER) (1-1-0-0) (+47,4)
16. Florian Graf (GER) (0-0-2-0) (+2:13,0)
23. Andreas Birnbacher (GER) (2-0-0-2) (+2:56,2)
39. Erik Lesser (GER) (2-1-2-2) (+4:03,9)
40. Daniel Böhm (GER) (1-0-2-1) (+4:06,9)