Nove Mesto 2013 – Sprintwettkampf der Männer

Sprintwettkampf der Männer – 09. Februar 2013

Der Norweger Emil Hegle Svendsen hat den Sprintwettkampf in Nove Mesto gewonnen. Auf den weiteren Plätzen folgten der Franzose Martin Fourcade und der Slowene Jakov Fak.

Nach dem schwachen Abschneiden der Mixed Staffel wurde von den Medien schon ein gewisser Druck auf die Deutsche Mannschaft ausgeübt. Die WM hat noch gar nicht richtig begonnen und sc…hon wird alles in Frage gestellt und in „offenen Wunden gebohrt“. Das die DSV Männer nun alles retten sollen weil den Frauen (im Moment) keiner mehr etwas zutraut ist schon sehr gewöhnungsbedürftig! Vor allen Andi wurde nach seiner Krankheit schon wieder in eine Mitfavoritenrolle hineingeredet und das wollte er „noch“ gar nicht so gerne hören.

Beim Sprintwettkampf der Männer sollten nun Simon Schempp, Arnd Peiffer, Erik Lesser und Andi Birnbacher die „Ehre der Nation“ wiederherstellen. Keine leichte Aufgabe denn die Konkurrenz schläft bekanntlich auch nicht.

Die Bedingungen in Nove Mesto na Morave waren wie schon am Freitag überragend. Ein volles Stadion, ein begeisterungsfähiges Publikum, dass durch die Bronzemedaille der Tschechischen Mixed Mannschaft noch einmal „zusätzlich gepuscht“ wurde, die Loipen perfekt präpariert und auch das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Biathlonherz was willst du mehr!

Die Startplätze der DSV Athleten lagen sehr weit auseinander. Andi durfte schon sehr früh mir der Startnummer 8 in die Loipe. Etwas später folgte Simon Schempp mit der 27, als dritter kam Erik Lesser mit der 65 an die Reihe und Arnd Peiffer ging als letzter Deutscher mit der 111 in den Wettkampf. 136 Starter bildeten dabei ein Rekordverdächtiges Teilnehmerfeld wenn man bedenkt das pro Nation maximal vier Starter zugelassen werden.

Andi konnte sich mit der frühen Startnummer ohne Druck auf seinen eigenen Wettkampf konzentrieren. Richtzeiten konnten lediglich die vor ihm gestarteten Timothy Burke und Frederik Lindström setzen. Eigentlich gar nicht so schlecht, denn beide belegen im Gesamtweltcup ähnliche Platzierungen wie Andi. Lindström war vor dem Wettkampf den 10. Platz und Burke 14. in der Gesamtwertung.

Andi schlug von Beginn an ein hohes Tempo an und machte dabei einen sehr guten Eindruck. Nach 2,0 km lag er genau zwischen Lindström und Burke. Vor dem ersten Anschlag lag Andi allerdings schon einige Sekunden hinter dem Schweden Lindström zurück, der sich aber ebenso wie später Timothy Burke eine Strafrunde leistete. Andi blieb fehlerfrei und übernahm vorerst die Führung. In der Loipe war die Ausrichtung immer noch auf den wahnsinnig stark laufenden Frederik Lindström gerichtet. In der Zwischenzeit war auch Simon Schempp unterwegs und Tarjei Boe übernahm nach einem „Nuller“ mit 0,6 Sekunden Vorsprung die Führungsposition. Andi war also gut unterwegs! Am Schießstand dann aber die erste kleine Enttäuschung für die gesamte Mannschaft. Andi musste zweimal in die Strafrunde und fiel weit zurück.

Simon Schempp blieb beim liegenden Anschlag fehlerfrei, verlor aber auf der Strecke schon einige Zeit. Kann er noch zulegen? Die Laufzeit in der zweiten Runde lag in etwa auf dem Niveau von Andi Birnbacher. Am Schießstand ereilte Simon dann aber das gleiche Schicksal wie vorher schon dem „Birnei“. Zwei Fehler warfen auch ihn weit zurück.

In der Zwischenzeit lief das Duell Martin Fourcade gegen Emil Hegle Svendsen ab, bei dem sich der Norweger durchsetzen konnte. Nun ruhten die deutschen Hoffnungen nur noch auf Erik Lesser und Arnd Peiffer. Für Erik Lesser begann der Wettkampf nach Wunsch. Eine gute Laufleistung und ein „Nuller“ beim ersten Anschlag hielten ihm alle Möglichkeiten offen. Viele Top Favoriten waren schon im Ziel angekommen und Erik fehlten lediglich 8,7 Sekunden auf den zu diesem Zeitpunkt überraschend führenden Ole Einar Björndalen. Vor dem zweiten Anschlag war der Thüringer schon bis auf den fünften Platz nach vorne gelaufen und mit einem weiteren „Nuller“ wäre sogar eine Medaille im Bereich des möglichen gewesen. Dann aber wie schon so oft – der letzte Schuss ging daneben – was für ein Pech!

Nun machte sich auch Arnd Peiffer bereit. Eigentlich sollte er Chancenlos sein, denn durch die Vielzahl der Athleten, die bereits über die Strecke gegangen waren, wurden die Bedingungen natürlich nicht besser. Sorgt der in dieser Saison bis dahin eher enttäuschende Ex Weltmeister noch für eine Sensation? In der Loipe tat sich Arnd wie erwartet sehr schwer und am Schießstand lief es „durchwachsen“. Mit 0-1 kann man durchaus zufrieden sein, aber glücklich fühlt sich anders an. Im Ziel lag Arnd dann auf den 16. Platz und wird anschließend ein eher positives Fazit aus diesem Wettkampf ziehen dürfen.

Die Leistung der deutschen Männer wird nicht für „Jubelstürme“ sorgen und die Diskussionen werden zunehmen. Es bleibt zu hoffen, dass nun doch wieder die Frauen positiv überraschen können und für die nötige Ruhe im Team sorgen können.

 

  1. Emil Hegle Svendsen (NOR) (0-1)
  2. Martin Fourcade (FRA) (0-1) (+8,1)
  3. Jakov Fak (SLO) (0-0) (+11,2)
12. Erik Lesser (GER) (0-1) (+49,4)
16. Arnd Peiffer (GER) (1-0) (+1:08,1)
23. Andreas Birnbacher (GER) (0-2) (+1:24,7)
28. Simon Schempp (GER) (0-2) (+1:36,2)