Nove Mesto 2013 – Mixed Staffel

Mixed Staffel – 07. Februar 2013

Deutschland hat bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto (Tschechien) gleich im ersten Wettkampf eine böse Überraschung erlebt. In der Besetzung Andrea Henkel (Großbreitenbacher SV), Miriam Gössner (SC Garmisch), Simon Schempp (SZ Uhingen) und Andi Birnbacher (SC Schleching) war das DSV Team Chancenlos und belegte „nur“ den 13. Platz.

Die Goldmedaille holte sich das Team Norwegen (Tora Berger, Synnoeve Solemdal, Tarjei Boe, Emil Hegle Svendsen). Die Silbermedaille sicherte sich Frankreich (Marie Laure Brunet, Marie Dorin-Habert, Alexis Bouef, Martin Fourcade) und die Bronzemedaille erkämpfte sich der Gastgeber Tschechische Republik in der Besetzung Veronika Vitkova, Gabriela Soukolova, Jaroslav Soukop, Ondrej Moravec)

In der Vergangenheit war die gemischte Staffel immer der eher „ungeliebte Wettkampf“ und manchmal auch ein Trostpflaster für Athleten die nur wenig zum Einsatz gekommen waren. Das hat sich nun vollkommen geändert. Fast alle Nationen gehen in Nove Mesto in Bestbesetzung an den Start und hoffen so auf einen guten Start in die WM und eine Standortbestimmung für die Top Athleten im Team.

In den letzten fünf Jahren hat es bei Weltmeisterschaften immer eine Medaille für das Deutsche Team gegeben. 2009 in Pjeongchang und 2012 in Ruhpolding war es Bronze, 2011 in Khanty Mansiysk war es die Silbermedaille und 2008 in Östersund und 2010 in Khanty Mansiysk stand das DSV Team ganz oben auf dem Podium und konnte sich als Weltmeister feiern lassen. Besonders an Östersund wird sich Andi vor dem Start sehr gern erinnert haben, denn damals siegte er gemeinsam mit Simone Hauswald, Magdalena Neuner und Michi Greis.

Das Wetter in Nove Mesto meinte es sehr gut mit den Athleten und bot allen optimale Bedingungen für einen tollen Wettkampf. 27 Staffeln gingen an den Start. Rekord – das gab es noch nie.

Für Deutschland begann der Wettkampf nicht ganz optimal. Andrea Henkel wirkte am Schießstand sehr nervös und lies sich sehr viel Zeit für den ersten Anschlag. Dazu kam ein Nachlader und somit gleich ein kleiner Rückstand von ca. 14 Sekunden zu Stande. Als 13. ging Andrea in die zweite Runde. Tora Berger gab vorne richtig Gas und hatte Olga Zaitseva „im Schlepptau“. Andrea hatte große Schwierigkeiten das Tempo mitzuhalten. Am Schießstand das gleiche Bild wie beim ersten Anschlag. Nicht schlecht, aber wieder ein Nachlader und so wurde der Rückstand noch größer. Vor der letzten Runde waren es schon über 30 Sekunden.

Beim Wechsel auf Miriam Gössner lag das DSV Team bereits 42,1 Sekunden zurück. Miri stand sofort unter Druck denn mit Synnoeve Solemdal lag eine sehr starke Läuferin in vorderster Front und so gelang es in der ersten Runde auch nicht den Rückstand zu verkürzen. Die Norwegerin blieb auch am Schießstand „Eiskalt“ und konnte ohne Nachlader in die nächste Runde gehen. Miri verfehlte eine Scheibe und verlor zudem auch noch wichtige Zeit weil sie Probleme beim Nachladen hatte. Nun war der Rückstand bereits auf 1:01,6 Minuten angewachsen und der 10. Platz gab auch keinen Anlass zu „Jubelstürmen“.  Norwegen und Russland lieferten sich an der Spitze einen Zweikampf und Miri musste sogar in die Strafrunde. Auf dem 13. Platz liegend ging Miri in die letzte Runde. Kann sie wenigstens läuferisch noch zulegen und den Rückstand noch etwas verkürzen? Die überraschende Antwort war – Nein!

Beim Wechsel auf die Männer lag Norwegen vor Russland und Polen. Simon Schempp ging mit einem scheinbar uneinholbaren Rückstand von 1:36,4 Minuten als 13. in seinen Wettkampf. Jetzt konnten nur noch die Fehler der Konkurrenten dafür sorgen das Deutschland noch in die Nähe einer Medaille laufen kann. Das würde allerdings einem Wunder gleichkommen und die gibt es bekanntlich eher selten.

Simon versuchte alles was in seiner Macht stand. In der Loipe eine gute erste Runde und ein ordentliches Schiessen mit einem Nachlader. Er verlor keine weitere Zeit aber sogar auf den 10. Platz fehlten nun schon 48 Sekunden. Auf den vorderen Plätzen waren die Top Favoriten dabei. Norwegen vor Russland, Frankreich und dem Gastgeber Tschechien. Beim stehenden Anschlag endlich der erste „echte Nuller“ für Deutschland. Für Simon ein ordentlicher Einstand in die WM, für das DSV Team immer noch Platz 13. Es ging einfach nicht weiter voran!

Für Andi Birnbacher war der erste Einsatz bei dieser WM nur noch ein besserer Trainingslauf. Wer Andi kennt weiß aber das er immer Ehrgeizig ist und nach seiner Erkrankung vor ein paar Wochen konnte er so zumindest seinen Leistungsstand noch einmal in einem Wettkampf überprüfen. 2:04,3 Minuten aufzuholen – unmöglich, aber was ist noch drin? In der Loipe hielt Andi sich vorerst deutlich zurück, dafür konnte er am Schießstand glänzen. Ein sauberer „Nuller“ und trotzdem immer noch der 13. Platz. Immerhin waren andere Teams wieder in Reichweite. In der Loipe machte Andi zwar weiter Boden gut aber beim stehenden Anschlag verlor er diese Zeit wieder weil auch er sich noch drei Nachlader leistete.

 Am Ende war der 13. Platz die bisher schlechteste Platzierung einer Deutschen Mixed Staffel. Miriam Gössner war zeitweise die tragische Figur in diesem Wettkampf, als Fazit wird aber keiner der DSV Athleten mit seiner Leistung zufrieden sein können.

  

  1. Norwegen (0+4)

      T. Berger (0/0), S. Solemdal (0/2), T. Boe (0/1), E. Svendsen (0/1)

  2. Frankreich (0+8) (+20,0)

      M. Brunet (0/2), M. Dorin-Habert (0/3), A. Bouef (0/2), M. Fourcade(0/1)

  3. Tschechien (0+5) (+32,3)

      V. Vitkova (0/3), G. Soukolova (0/1), J. Soukop (0/1), O. Moravec (0/0)

13. Deutschland (1+10) (+2:40,7)

      A. Henkel (0/2), M. Gössner (1/4), S. Schempp (0/1), A. Birnbacher (0/3)