Nove Mesto 2013 – Einzelwettkampf der Männer

Einzelwettkampf der Männer – 14. Februar 2013

Der Franzose Martin Fourcade hat den Einzelwettkampf in Nove Mesto gewonnen und holte sich, in Abwesenheit des Norwegers Emil Hegle Svendsen, seine erste Goldmedaille bei dieser WM . Auf den weiteren Plätzen folgten der Amerikaner Timothy Burke und der Schwede Frederik Lindström.

Der Druck auf die deutsche Mannschaft hatte in den letzten Tagen enorm zugenommen. Die Forderung nach den ersten Medaillen war überall in den Vordergrund gerückt und nicht mehr zu überhören. Am Mittwochabend kam dann endlich der von allen ersehnte Befreiungsschlag! Andrea Henkel sicherte sich im Einzelwettkampf der Frauen die Silbermedaille und alle waren überglücklich. Sofort kam der Schwenk in die andere Richtung. Nun wird alles besser – der zweite Teil der WM bringt nun die Wende – wie viele Medaillen können wir nun noch holen? Der Druck auf die Männer war kein bisschen geringer geworden, aber immerhin wurde es ein anderer. Nun stand mehr die Frage im Mittelpunkt – wer ist denn nun erfolgreicher – die in der Vergangenheit stets erfolgsverwöhnten Frauen oder vielleicht doch die Männer?

In der Männermannschaft hatte es einen Personalwechsel gegeben. Simon Schempp legte eine Pause ein und dafür durfte Florian Graf an den Start gehen. Für den DSV gingen zudem noch Erik Lesser (mit der Startnummer 1), Andi Birnbacher  und Arnd Peiffer in den Einzelwettkampf.

Das Wetter zeigte sich, wie schon die Tage zuvor, von seiner besten Seite. Temperaturen um den Gefrierpunkt, beste Sichtverhältnisse und kaum Wind. So wünschen es sich alle Fans und die Athleten. Um 17.15 Uhr eröffnete Erik Lesser den Wettkampf und hatte somit natürlich alle Blicke auf sich gerichtet. Schon früh war zu erkennen, dass Erik gute Zwischenzeiten vorgelegt hatte und gar nicht erst anfing zu taktierten. Auch am Schießstand lief es „fast“ planmäßig. Die ersten vier Schüsse fanden ihr Ziel, doch in die Vorfreude eines optimalen Starts kam dann leider der erste Fehler.

Als Erik Lesser in die zweite Runde startete ging auch Andi Birnbacher in die Loipe. Andi schlug ein deutlich vorsichtigeres Tempo an. Die Richtzeiten setzte zu diesem Zeitpunkt der Routinier Ole Einar Björndalen. Bis zum Schießstand hatte Andi schon einige Sekunden auf den Norweger verloren. Bevor er in den ersten Anschlag ging leistete sich Erik Lesser zwei weitere Fehler im stehenden Anschlag und stand damit schon „auf verlorenem Posten“. Für Andi Birnbacher konnte es nicht schlechter beginnen! Gleich der erste Schuss verfehlte sein Ziel und dennoch schaffte er es die restlichen Scheiben in einem guten Rhythmus abzuräumen. Nach der ersten Schießeinlage lag Andi 1:10 Minuten hinter dem, schon zu diesem frühen Zeitpunkt, Führenden Martin Fourcade.

Nun ging es immer im Wechsel. Erik Lesser legte vor und schaffte im dritten Anschlag seinen ersten „Nuller“. Andi Birnbacher legte nach und blieb ebenfalls fehlerfrei. Zu diesem Zeitpunkt waren vier Athleten der Maßstab für das restliche Teilnehmerfeld. Lukas Hofer, Frederik Lindström, Ole Einar Björndalen und Martin Fourcade waren immer noch ohne Fehlschuss. Andi Birnbacher lag nach dem zweiten Anschlag auf dem 9. Platz, Erik Lesser war 52.

Dritter Anschlag Andi – Vierter Anschlag Erik: Erik Lesser legte einen weiteren „Nuller“ hin und Andi  wollte da natürlich nicht nachstehen. Mit seinem zweiten „Nuller“ war jetzt sogar noch eine Medaille drin. Das größte Problem sind dabei bekanntlich die Konkurrenten, denn die mussten sich erst einmal Fehler leisten, bevor andere davon profitieren können. Nach dem dritten Anschlag waren Martin Fourcade, Lukas Hofer, Frederik Lindström und Philippe LeGuellec, Henrik Lábee Lund immer noch ohne Fehlschuss. Andi Birnbacher lag zu diesem Zeitpunkt auf dem sechsten Platz. Das letzte Schiessen entscheidet wieder einmal (was für eine Weisheit!) wer am Ende die Nase vorn haben wird.

Beim letzten Anschlag leisteten sich alle führenden mindestens einen Fehlschuss. Mit einem „Nuller“ wäre für Andi Birnbacher eine Medaille in greifbarer Nähe gewesen. Leider wurde die Aufholjagd dann doch nicht belohnt. Ein weiterer Fehler brachte zwar immer noch ein ordentliches Ergebnis und einige wichtige Weltcuppunkte, aber der Sprung auf das Siegerpodest war so nicht mehr möglich.

Nun waren noch Arnd Peiffer und Florian Graf unterwegs. Schon nach kurzer Zeit war aber bereits klar. Für beide wird es nicht für vordere Platzierungen reichen. Am Ende fanden sich beide auf einem Platz im oberen Mittelfeld wieder.

Für die DSV Athleten endete der Wettkampf mit einer weiteren Enttäuschung. Lediglich Andi Birnbacher wird aus seinem 8. Platz einige positive Erkenntnisse ziehen können, die ihm für die restlichen Wettkämpfe möglicherweise hilfreich sein werden.

 

  1. Martin Fourcade (FRA) (0-0-0-1)
  2. Timothy Burke (USA) (0-0-0-1) (+23,5)
  3. Frederik Lindström (SWE) (0-0-0-1) (+33,7)
  8. Andreas Birnbacher (GER) (1-0-0-1) (+1:36,6)
28. Arnd Peiffer (GER) (1-1-1-0) (+3:24,5)
34. Erik Lesser (GER) (1-2-0-0) (+3:49,6)
40. Florian Graf (GER) (1-1-0-2) (+4:23.0)